All die Jahre

Von J. Courtney Sullivan | Ullstein Buchverlage

Zwei ungleiche Schwestern wandern in den 1950er Jahren von Irland nach Boston aus und wissen nicht, ob sie ihre Heimat jemals wieder sehen werden. Gute Diskussion in unserem #buchclub über „All die Jahre“ von J. Courtney Sullivan. Über die Beziehung zwischen zwei ungleichen Schwestern und die Bigotterie in der katholischen Kirche. Darüber, dass eine einzige Lüge mehrere Leben zerstören kann. Über Mutterliebe und eine Flucht ins Kloster. Wie es ist, wenn ein Kind sich nicht zugehörig fühlt. Über eine irische Großfamilie in einer fremden Welt. Erwartungen, die ins Leere laufen, Verantwortung, die falsch verstanden wird und Liebe, die nicht gezeigt werden kann. Dass es, wenn man nicht aufpasst, für die Wahrheit irgendwann zu spät ist. Ein trauriges Buch, Gesprächsstoff für einen ganzen Abend. Die Umsetzung der komplexen Themen fanden wir allerdings zu lapidar, das Buch eher inhalts- als sprachlich getrieben. Was mir dabei einfällt: Der irische Autor #colmtoibin hat mit #brooklyn ebenfalls eine irische Einwanderungsgeschichte geschrieben. Diese ist wirklich sensationell, auch toll verfilmt, der Autor eine meiner Lieblingsentdeckungen der letzten Jahre. Auch unvergesslich: sein Buch #norawebster, die im völlig verarmten Irland kurz vor dem Bürgerkrieg allein ihre vier Kinder groß zieht und ihre große Liebe zur Musik entdeckt. Sullivan ist unterhaltsam, Toíbín ein großer Literat.